Tschak, Bumm, Grübel-Grübel

Feuilleton | Rezension: Maya Mckechneay | aus FALTER 51/11 vom 21.12.2011

Logik war gestern: Guy Ritchie inszeniert den Meisterdetektiv Sherlock Holmes als cartoonesken Actionclown

Sherlock Holmes gelang, was in der unübersichtlichen Gegenwart unmöglich geworden ist. Der Meisterdetektiv des Viktorianischen Zeitalters vermochte in den Details des Alltags zu lesen wie in einem Buch. An einem zerbeulten Hut erkannte Holmes den Lebenslauf seines Besitzers. Wer wollte an der Stangenware eines schwedischen Discounters heute Ähnliches versuchen?

Das heißt: Wollen würden wir schon. Aber jederzeit jede Information auf dem Smartphone verfügbar zu haben, heißt eben noch lange nicht, selbst die Kunst des Spurenlesens zu beherrschen.

Also wurde der Mann mit der karierten Kappe und der gebogenen Pfeife von der Popkultur aufgesogen: Seine Abenteuer, die Sir Arthur Conan Doyle Ende des 19. Jahrhunderts in einer literarischen Monatszeitschrift veröffentlichte, erscheinen in immer neuen Ausgaben, sind derzeit als Hörbücher besonders beliebt und werden wieder und wieder


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