Vom Baum des Lebens und von den Feuerengeln

Feuilleton | Filmkritik: Michael Pekler | aus FALTER 51/11 vom 21.12.2011

Kelly Reichardt, Liebkind des US-Independentkinos, hat mit "Meek’s Cutoff“ ihren ersten Western gedreht

Der Weg ist gar nicht das Ziel. Jedenfalls nicht für die drei Familien, die 1845 mit ihren Planwagen durch die Cascade Mountains Richtung Westen unterwegs sind. Die erste Einstellung von "Meek’s Cutoff“ zeigt, wie die Frauen diverse Habseligkeiten durch einen Fluss schleppen. Langsam waten sie von rechts nach links durch das Wasser, später sieht man ihre Männer, die in die Gegenrichtung unterwegs sind - sie holen neue Gegenstände vom Ufer. Die Leinwand ist im Western immer auch eine Landkarte.

Am Fluss wird Geschirr gewaschen, der Schmutz hat sich in die Kleidung gefressen. Erst Minuten später ertönt eine erste Stimme: Der einzige Junge des Trecks liest sein Abendgebet aus der Bibel. Vom Baum des Lebens spricht er und von den Feuerengeln. Am Ende des Films könnte ein Baum von Bedeutung sein, er könnte vom Leben künden oder vom Tod.

Kelly Reichardt, bereits vor einigen Jahren


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