Ohren auf  

Wenn aus Farben Klänge wachsen

Sammelkritik: Werke der russischen Komponistin Sofia Gubaidulina

Feuilleton | Miriam Damev | aus FALTER 51/11 vom 21.12.2011

Sie ist die bedeutendste russische Komponistin der Gegenwart und feierte im Oktober ihren 80. Geburtstag: Sofia Gubaidulina. Geboren in der Tatarischen Republik, begann sie ihre Arbeit in der Sowjetunion, bekam jedoch bald den Druck des Regimes zu spüren, weil sie sich unter anderem weigerte, pathetische Staatshymnen zu schreiben. Anders als viele ihrer damaligen Kollegen ging Gubaidulina lieber den beschwerlichen Weg und schlug sich mit Filmmusik durch. Ihre eigenwilligen Kompositionen waren nur wenigen bekannt, erst in den 80er-Jahren gelangten ihre Werke - insbesondere dank des tatkräftigen Einsatzes von Gidon Kremer - in die westlichen Konzertprogramme.

"Fachwerk-Silenzio“ (NAXOS) ist dem Bajan gewidmet, einem russischen Knopfakkordeon, das Gubaidulina hier zum Soloinstrument adelt. Die offen liegende, klare Struktur der alten Fachwerkhäuser inspirierte die Komponistin zu einer ebenso dramatischen wie geheimnisvollen Klangstudie; nahe der Stille bewegen sich Geir Inge Lotsberg (Geige),


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