Adieu, Hummel!


Stammgastreport: Florian Klenk
Stadtleben | aus FALTER 51/11 vom 21.12.2011

Auch das noch: das legendäre Josefstädter Café Hummel wird komplett renoviert

Das Hummel ist das Wohnzimmer der Josefstadt. Und der schrullige Herr Hummel ihr heimlicher Bürgermeister. Ein Kaffeehausmonarch, so mürrisch, dass das Wienerherz lacht.

Es gibt nur wenige Orte in Wien, wo ein so breiter Querschnitt der Wiener Gesellschaft zusammenrückt. Da sitzt der geschiedene ÖBB-Pensionist beim Cordon und daneben der Gerichtshofspräsident beim Weinderl. Die letzten Hofratswitwen der Stadt beim Kipferl, dahinter der Professor mit dem speckigen Hemd.

Im Hummel ist die Sitzbar aus den Sixties konserviert, die Trankler und Hockenbleiber schütten hier den Servierdamen ihr Herz aus. Für die Garderobenhaken aus dem 67er-Jahr zahlt man in Retrodesigngeschäften ein Vermögen.

Die knarzenden Kunstlederlogen, die abgewetzten Spieltische, der Windfang mit dem Zigarettenautomaten: Wenn das Wort Institution für einen Wiener Ort angebracht ist, dann für das Hummel. Es ist ein schönes und zugleich

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