Phettbergs Predigtdienst

Was bleibt: Lichtstraßen weit entfernte Kluft

Kolumnen | aus FALTER 51/11 vom 21.12.2011

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Dr. Werner Nachbagauer und Ing. Martin Sacchetti standen, um zu rauchen, vor einer Galerie, wo gerade eine neue Ausstellung aufgetan wurde und es ordentlich zu essen und zu trinken gab. Ein Obdachloser gesellte sich dazu. Das Wetter war freundlich, es wurde, typisch Rauchpause, über Gott und die Welt geplaudert. Die drei gingen wieder davon: Martin und Werner kamen erst danach darauf, dass der Obdachlose ins "Haus Otto“ gehen dürfte, wo auch Werner hingehen und Dienst versehen würde. Werner und Martin, mit sattem Bauch, und die Obdachlosen werden nur mit einem Eckerl Käse und Brot abgespeist. Da wurde der Widerspruch der Gesellschaft extrem groß sichtbar. Die Unmengen, die bei Kunstausstellungen angeboten werden, und wie karg die öffentliche Hand hergeben kann.

Die Kluft der "Kunst“ und die Problematik der Suchtkrankys, die "Kunst“ nicht als Möglichkeit zu leben herausfanden, zum Beispiel siehe "Seitenblicke“ und "Licht ins Dunkel“ versus Obdachlosigkeit und Suchtkrankheit. Lichtstraßen weit entfernte Kluft und doch so kuschelig: Ein Mensch ist’s, der tut, wennnnnnn nur ein "Funke“ einschlägt! Es dauerte fast eineinhalb Jahre, bis daraus das Feuer namens "Was bleibt“ entstand!

Firmen mussten angeschnorrt werden, für Obdachlose die ähnliche Opulenz einer Ausstellung zu schenken. Namhafte Künstler wurden angefragt, sich parat zu halten, für Obdachlose ihren Namen herzugeben. Ca. zehn Fotoapparate wurden für einen Tag an Obdachlose verborgt und dann damit retourgelockt: Wenn du die Fotos mit den Kameras zurückbringst, kommst du mit deinem Namen bzw. wie dein Code dich halt heißen lässt, in das Buch "Was bleibt“, damit deine Stimmung in der Obdachlosigkeit, wie sie an dem Tag war, dich an dich erinnert! Seien wir ganz ehrlich, die Minderzahl ist nun das rechte Maß! Wo "nun“ alles nur mehr geht, wenn es die Mehrheit wünscht. Auch den Hitler hatte die Mehrzahl gewählt & http ist der Turm zu Babylon!

Das Buch enthält eine wunderbare Auswahl: Eva Blimlinger, Ute Bock, Günther Brödl und Willi Resetarits, Günther Paal, Peter Patzak, Christian Reder, Susanne Scholl, Peter Turrini, Jean Ziegler u.a.: www.wasbleibt.at UND www.blickwinkel2011.at.

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