Stan und Ollie und die Kunst der Zerstörung

Lexikon | Michael Omasta | aus FALTER 51/11 vom 21.12.2011

Lachen mit Laurel & Hardy im Wiener Metro-Kino

Stan Laurel und Oliver Hardy waren nie so elegant wie Buster Keaton, nie so poetisch wie Charlie Chaplin, nie so kindlich naiv wie Harry Langdon. Zusammen aber waren sie unschlagbar und ihre besten Filme großes Kino auf der Höhe der Zeit.

Komiker neigen zur Übertreibung. Stan und Ollie setzen auf das genaue Gegenteil. Sie lassen sich nichts anmerken, verziehen keine Miene, auch wenn sie Hals über Kopf in eine Regentonne stolpern oder eine Bauchlandung im knietiefen Gatsch hinlegen. Und das Publikum lacht sich einfach schief, weil sie bei alldem immer todernst bleiben.

Über die Feiertage werden im Wiener Metro-Kino insgesamt 22 Programme mit Laurel und Hardy gezeigt - von "Duck Soup“ (1927), einem ihrer ersten gemeinsamen, noch stummen Kurzfilme, bis zu "Saps at Sea“ (1940), ihrer letzten großen Arbeit mit dem Produzenten Hal Roach, dem "Erfinder“ des Komikerduos.

In ihren Filmen zelebrieren Laurel und Hardy die Kunst der Zerstörung. Und in keinem so überzeugend wie in "Big Business“ aus dem Jahr 1929, der unter Filmhistorikern als Meisterwerk des komischen Genres gilt.

Stan und Ollie sind als Christbäumverkäufer im sonnigen Kalifornien unterwegs. Nach mehreren erfolglosen Verkaufsgesprächen kommt das Duo beim Haus seines ewigen Widersachers James Finlayson an, der ihnen sofort die Tür vor der Nase zuschmeißt. Da kommt Stan eine grandiose Geschäftsidee: Vielleicht möchte er ja einen Baum für nächstes Jahr?!

Was folgt, ist ein Musterbeispiel in Sachen Gewalteskalation. Ruhig treten Stan und Ollie zur Seite, sehen Finlayson mit einer Mischung aus dumpfer Erschütterung und Neugier bei seinem Tun zu; während dieser noch triumphiert, verständigen sie sich durch einen Blick über ihren Gegenschlag, den sie dann mit größter Sorgfalt durchführen - bis am Ende halt wieder einmal alles in Schutt und Asche liegt.

Metro-Kino, 22.12. bis 8.1. (OmU)


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