Musiktheater Tipps

Monteverdi und Ainsley: Unterwelt als Innenwelt

Lexikon | aus FALTER 51/11 vom 21.12.2011

Durchdacht inszeniert von Claus Guth, fabelhaft musiziert vom Freiburger Orchester mit Ivor Boltons Continuo-Gruppe und dem Schoenberg-Chor, ist John Mark Ainsley als "L’Orfeo“ melancholisch. Als "La Musica“ die Erzählung glockenhell beginnt, liegt er neben einer halben Flasche Gin und Resten von Tabletten oder Kokain in seiner komfortablen Wohnung am Boden. Zuvor feierte eine Party-Gesellschaft seine Heirat mit Euridice. Vielleicht gab es diese Liebe nur in seinem Kopf, als Projektion? Die Reise auf der Suche nach ihr in die Unterwelt seines Inneren führt in die Verzweiflung, in den Tod. Mit seinen Klagegesängen erweckte er Mitleid, in einer letzten Euphorie geht er zugrunde. Der unglaublichen Modernität, dem Minimalismus mit größtmöglicher szenischer Wirkung der Originalmusik Monteverdis tut dies keinen Abbruch. Im Gegenteil. HR

Theater an der Wien, 29.12., 19.30; 31.12., 20.00


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige