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Geschundende Barockfiguren in Abu Ghraib

Lexikon | aus FALTER 51/11 vom 21.12.2011

Der aus einem Andendorf stammende Künstler Fernando Botero wurde für seine fülligen Figuren bekannt. Südamerikanische Volkskunst stand für diesen Kosmos feister Gestalten ebenso Pate wie die Malerei der Frührenaissance. Die Interpretationen gehen weit auseinander: Frönt der Maler einem barocken Körperideal oder referiert er auf die dekadenten Kolonialherren Lateinamerikas? Neben den bekannten Sujets zeigt die aktuelle Ausstellung im Bank Austria Kunstforum Boteros kontroversiellen Bildzyklus, der aus Protest über die Folterungen im US-Gefängnis Abu Ghraib entstanden ist. Auch bei der Darstellung von geschundenen muslimischen Gefangenen hält der kolumbianische Maler an seiner aufgeblähten Formensprache fest. NS

Bank Austria Kunstforum, bis 15.1.


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