King Kong, Hans Wurst und zu guter Letzt was für den Weihnachtsfrieden

Steiermark | Ulrich Tragatschnig | aus FALTER 51/11 vom 21.12.2011

In Zeiten der Krise kann man schon versucht sein, bei den Mythen gesellschaftskritischen Unmuts Zuflucht zu nehmen, um dem Treiben an der Wall Street und an verwandten Orten analytisch gerecht zu werden. Bei King Kong beispielsweise, der sich seinen eigenen Reim auf die Errungenschaften westlichen Wirtschaftens zu machen wusste. In "The Swine Philosophy“ zeigt Federico Solmi bei Zimmermann Kratochwill (bis 7.1.) computerspielartig animierte Zeichnungen zum Thema, die gut unterhalten und dennoch keine Hoffnung keimen lassen. Dass bei ihm King Kong auch auf eine der ersten Kunstadressen Manhattans, die Gagosian Gallery, eindrischt, gehört zur Logik von Kritik und selbstbezüglicher Unschuldsvermutung. Selbstüberschätzend wird das erst, wenn sich der Künstler als Rocco Siffredi imaginiert. Mit Manuel Ocampo ("The Ghost Poop of Painting“) gesellt sich dazu ein Philippino, der auch nichts auslässt, was die Malerei an verdorbenem Sujet und kruder Stilistik so zu bieten hat. Ästhetisches Wohlbefinden ist für ihn schließlich eine Sache von Reflexion und Hirngespinst. Und die könnten in Anbetracht der gebotenen Hans-Wurstiade ein wenig analfixiert ausfallen. Zur Aufrechterhaltung des Weihnachtsfriedens empfiehlt sich "Die Gimel-Welt. Wie man Objekte zum Sprechen bringt“, die als Überbleibsel des steirischen herbst (bis 15.1.) im Kunsthaus läuft. Schließlich knüpft Antje Majewski in ihren Malereien auch bei Peruginos "Hochzeit der Jungfrau“ an und leistet ganz allgemein Großartiges in ihrem poetischen Paralleluniversum, das sich in einer genial konzipierten Ausstellungsarchitektur im Kreise dreht.


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