Kolumne  Außenpolitik

Ungarn in der Krise: Sorgen die Finanzmärkte für Demokratie?

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 02/12 vom 11.01.2012

Ungarn droht für Europa zum zweiten Griechenland zu werden, nur schlimmer. Die Staatsschulden explodieren, die Ratingagenturen warnen. Unter nationalistischem Getöse biegt sich die Regierung, um mit internationaler Hilfe dem Bankrott zu entgehen. In Griechenland wurde auch in der Pleite der politische Pluralismus nie infrage gestellt. Ungarn bewegt sich hingegen in Richtung eines autoritären Regimes. Premier Viktor Orbán will ein zweiter Wladimir Putin werden. Das Wort "Republik“ wurde aus der neuen Verfassung gestrichen. Von der für eine funktionierende Demokratie lebensnotwendigen Gewaltenteilung ist nur wenig übrig.

Wirtschaftskrise, drohende Zahlungsunfähigkeit und ein rechter Demagoge an der Macht, das ist der perfekte Sturm. Noch nie war die EU mit einer derart explosiven Mischung konfrontiert. Polen, wirtschaftlich höchst lebendig, hat sich vom nationalistischen Obskurantismus der postkommunistischen Zeit unter den Kaczynski-Brüdern befreit. Dem ökonomisch am Boden liegenden


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige