Dolm der Woche  Wertungsexzess

Johanna Mikl-Leitner

Politik | aus FALTER 02/12 vom 11.01.2012

Kurz dachte man schon, sie sei anders. Ruhiger, konzilianter. Man dachte, sie sei die erste schwarze Innenministerin, die auch ohne das Zücken der Asylkarte punkten könne. Aber Johanna Mikl-Leitner belehrt uns eines Besseren. Soll sich doch ihr Integrationsstaatssekretär Kurz um einen neuen Fremdendiskurs bemühen, sie entwirft derweil ein paar neue Begriffe: "Ankerjugendliche“ hat sie nun in unseren Asylheimen entdeckt. Sie würden von "Schleppersyndikaten“ losgeschickt, um hier Taschengeld zu lukrieren, um es nach Hause zu schicken. Und schon springen die ÖVP-nahen Zeitungen in diesem Land auf die neue Bedrohung auf und lenken ab vom schlechten Asylmanagement, von der geplanten erweiterten Gefahrenforschung ohne richterliche Kontrolle und vom Ressourcenmangel bei Antikorruptionseinheiten. Ablenkung gelungen, Ruf ruiniert.


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