Am Apparat  Telefonkolumne

Herr Kräuter, wären Sie gerne Verteidigungsminister?

Politik | Anruf: B. Narodoslawsky | aus FALTER 02/12 vom 11.01.2012

Eurofighter sind für die SPÖ ein rotes Tuch. Lange hat sie sich gegen deren Ankauf gewehrt, aber selbst als Norbert Darabos Verteidigungsminister wurde, konnte sie ihn nicht verhindern. Nun rückt SPÖ-Geschäftsführer Günther Kräuter aus: Er will die Flieger an das Ausland verscherbeln.

Haben Sie schon Anfragen aus dem Ausland bekommen?

Das wäre wohl verfrüht. Aber dass es Bedarf an gebrauchten Eurofightern gibt, kann jeder in der Financial Times nachlesen. Es gibt in vielen Ländern eine Nachfrage, laut Artikel sind unter anderem Tschechien, Rumänien, die Slowakei und Kroatien an gebrauchten Eurofightern interessiert.

Würden Sie die Kampfflieger auch an Ungarn verkaufen, das immer faschistoider wird?

Selbstverständlich nicht. Unsere Sicherheit muss zu 100 Prozent geschützt sein. Mein Lieblingsszenario wäre, wenn wir die mutmaßliche Korruption rund um den Eurofighter-Deal hieb- und stichfest nachweisen könnten und EADS das Geschäft rückabwickeln müsste. Dann braucht man sich nicht um die Kaufinteressen anderer Länder zu kümmern. Der Verkauf wäre nur die zweitbeste Lösung.

Verteidigungsminister Norbert Darabos haben Sie mit Ihrer Forderung ganz schön in ein Schlamassel geritten.

Der Vorstoß richtet sich ja nicht gegen Verteidigungsminister Darabos, sondern gegen die Eurofighter. Er ist in der Frage einer Rückabwicklung zu 100 Prozent meiner Meinung. Nur die Überlegung eines Verkaufs sieht er differenzierter.

Wären Sie gerne Verteidigungsminister?

Nein, das passt nicht zu meiner pazifistischen Grundeinstellung. Das wäre nichts für mich. Ich beneide den Norbert Darabos nicht.

Ist Norbert Darabos kein Pazifist?

Sicher ist er das. Dass er trotzdem Verteidigungsminister geworden ist und sich dieser Aufgabe widmet, muss man ihm hoch anrechnen.


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