Nachgetragen  Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Was wurde eigentlich aus der grünen Hoffnung Sabine Gretner?

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 02/12 vom 11.01.2012

Sie deckte den Skandal rund um die Kostenexplosion des Prater-Vorplatzes auf und brachte damit die rote Vizebürgermeisterin Grete Laska zu Fall, sie galt als große Hoffnung der Wiener Grünen, und im Oktober war sie dann plötzlich weg. "Das Rathaus funktioniert ja wie ein Hofstaat. Vom Bürgermeister abwärts spielt jeder seine Rolle, man hofiert und wird hofiert“, sagte Sabine Gretner nach ihrem Rücktritt im Falter-Interview und monierte die Behäbigkeit des Wiener Machtapparats. Seit drei Monaten lebt Gretner ein Leben ohne Politik und vermisst sie kein bisschen: "Wenn der Druck weg ist, spürt man erst, wie groß er war.“

Sie ist nach ihrem Rücktritt viel gereist, um den Kopf frei zu bekommen, sagt Gretner. Nun hat die Architektin einen neuen Beruf: Seit Montag leitet sie den neugeschaffenen Bereich "Gemeinwesenarbeit“ in der Caritas Wien. Dort betreut sie Projekte, die das Zusammenleben in der Stadt verbessern sollen. Das wollte sie schon als grüne Stadtplanungssprecherin: "Ich bin ja damals auch deshalb in die Politik gegangen, weil mich gerade das Zusammenleben der Menschen in der Stadt interessiert hat.“ Sie will jetzt im Kleinen umsetzen, was sie einst im Großen forderte - nur diesmal ohne Hofstaat und Rollenspiele.


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