Integrier mich doch am Arsch!

Feuilleton | Einführung: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 02/12 vom 11.01.2012

Wien entdeckt das postmigrantische Theater. Fragt sich nur: Was ist das überhaupt?

Mit Udo Jürgens hätte man in der Garage X eher nicht gerechnet. Doch im Theater am Petersplatz ist der Kärntner Schlagersuperstar an diesem Abend tatsächlich ein Thema - und zwar als leuchtendes Vorbild.

Mit dem Stück "Arabboy“, einem Gastspiel aus Berlin, ist in der Garage X die Reihe Pimp My Integration eröffnet worden. In der anschließenden Diskussion geht es jetzt um die Frage, warum das Leben von Migranten für Künstler jahrzehntelang kein Thema war. "Das hat einfach nicht stattgefunden“, sagt Regisseurin Nicole Oder. Und jetzt kommt’s: ",Griechischer Wein‘ war eine der wenigen Ausnahmen.“

Dass gerade das Theater das Thema Migration lange Zeit ignoriert hat, ist besonders peinlich; schließlich versteht sich diese Kunstform doch immer noch als Spiegel der Gesellschaft. Für die Migrationsgesellschaft aber war dieser Spiegel lange Zeit blind. Wenn auf einer Theaterbühne nur "eingeborene“


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