Das Leben, ein Minenfeld

Feuilleton | Bericht: Gerhard Midding | aus FALTER 02/12 vom 11.01.2012

Das Filmmuseum würdigt zwei große Militante des italienischen Nachkriegskinos

Man vergisst bisweilen, dass das Kino eine Kunst ist, die aus der Technik geboren wurde. Wie dreht man Kamerafahrten auf dem glitschigen Boden der Reisfelder in der Po-Ebene? Wie schafft man es, dass Kranfahrten gelingen auf der weichen Erde? Giuseppe de Santis und sein Kameramann Otello Martelli ließen sich einen leichten Dolly aus Holz bauen, um der Agilität der Kamera auch unter erschwerten Bedingungen keine Grenzen setzen zu müssen. Wer weiß, ob der Regisseur seinen berühmtesten Film, "Riso amaro“ ("Bitterer Reis“), je in Angriff genommen hätte, wenn er keine Lösung für diese Probleme gefunden hätte?

De Santis war besessen von der Idee des Panoramas, drehte Tableaus in Bewegung. Sein Faible für Kranfahrten widersprach den Geboten des Neorealismus. Außer ihm war nur noch Westernregisseur Delmer Daves diesem Stilmittel räumlicher Besitznahme so glücklich verfallen; für seine Weltsicht waren


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