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Feuilleton | aus FALTER 02/12 vom 11.01.2012

Kurz besprochen: Graphic Novels mit großen Ambitionen

Einsamer Mann

Chabouté: Ganz allein. Carlsen, 368 S., € 30,80

Christophe Chabouté schildert in klarem Schwarz-Weiß die Geschichte eines Einsamen, der sein Leben in einem Leuchtturm auf einer winzigen Insel verbracht hat, versorgt durch wöchentliche Essenslieferungen ewig schimpfender Fischer. Der entstellte Protagonist scheut die Umwelt und ihre eher zufälligen Vertreter, die es in sein Reich verschlägt. Anhand eines zerfledderten Nachschlagewerks und einer Handvoll kleiner Objekte vertreibt er sich die Zeit, spielt zufällig ausgewählte Einträge der Enzyklopädie nach - und entwickelt ein immenses Verlangen nach der sich in seinen Vorstellungen entfaltenden Welt, die real weit jenseits des insularen Daseins wartet.

Mit großer Eleganz und Leichtigkeit verführt Chabouté den Leser zum Sinnieren über die menschliche Existenz. Langsam schildert er eindringlich die Geschichte einer Bewusstmachung, einer stillen, beeindruckenden


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