Ohren auf  Sammelkritik: Eigenwilliges aus lokalem Anbau

Neues aus Wien: zweimal spröde, einmal öde

Feuilleton | Gerhard Stöger | aus FALTER 02/12 vom 11.01.2012

Den seit vielen Jahren in Wien lebenden Salzburger Gitarristen Chris Janka kennt man vor allem aus dem Jazz- und Improvisationsbereich. Mit dem Quartett Tankris beackert er anderes Terrain. Mitte der Nullerjahre als Idee geboren, die nach und nach mit Leben gefüllt wurde, geht es hier um den Versuch, Pop zu spielen, ohne den eigentlichen künstlerischen Background zu verleugnen.

Gemeinsam mit der Sängerin Lisa Kortschak, dem Bassisten Romeo Bissuti, der Pop und Avantgarde in den 90er-Jahren bereits mit der Band Scrooge zu versöhnen trachtete, und Gregor Mahnert, dem Schlagzeuger der Experimentalrocker Nitro Mahalia, präsentiert Janka mit dem Tankris-Debüt "Am and What“ (None) einen elfteiligen Parcours zwischen eigenwilligem Rock, angetäuschtem Funk, sprödem Pop, Krawall in der distanziert-ironischen Form, Postrock-Chanson, aufgewecktem Kinderlied und sanfter Schwelgerei. Das mutet im ersten Moment anstrengend an, erweist sich bei genauerer Betrachtung aber als durchaus hörenswert.


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