Urbanes Betragen

Stadtleben | aus FALTER 02/12 vom 11.01.2012

Benimmfibel für Großstadtmenschen (47)

Herr B. wechselt gerade von der Allergieschnupfen- in die Erkältungsschnupfenzeit und fragt, ob es legitim ist, beim Schnäuzen ("eh durchs Taschentuch!“) ein bisschen in der Nase zu bohren.

Werter Herr B., reizend, dass Sie das Taschentuch verwenden, um in Ihren Nasenlöchern säubernd einzugreifen. Das ist zwar definitiv hygienischer als die Vollkontakt-Variante mit dem nackten Finger, mitnichten ist es schöner anzusehen! Man könnte sogar die Ansicht vertreten, es sei noch unansehnlicher, immerhin wird die Nase aufgrund des vergrößerten Fingerumfangs auf groteske Weise verzerrt und gedehnt. Auch lädt das Bohren mit Schutzmantel dazu ein, noch ausgedehnter und tiefer zu graben. Für den Außenstehenden fürwahr kein erbaulicher Anblick! Natürlich kann man an dieser Stelle sagen: Was raus muss, muss raus! Auch wieder wahr. Unser Vorschlag zur Güte: Im Schutze des Taschentuches herausholen, was eben raus muss. Unauffällig!

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige