Im Land der Geister

Stadtleben | Geisterjagd: Birgit Wittstock | aus FALTER 02/12 vom 11.01.2012

Sie ehren ihre Eltern, sie leben keusch, sie entdecken die Freiheit des Westens. Die verschwiegene Welt der jungen Wiener Chinesen

Auf den ersten Blick möchte man meinen, man habe die chinesische Mafia beim Pokern erwischt: sechs Männer, das pechschwarze Haar zu Stacheln gegelt, vertieft in ihr Blatt. Daneben: junge Mädchen, herausgeputzt, als säßen sie am Spieltisch in Las Vegas und nicht im Billardkeller neben dem Café Hawelka in der Dorotheergasse. Wäre da nicht das stinknormale Wienerisch, in dem sie sich unterhalten.

Jede Woche spielen sie hier bis zum Morgengrauen. Wie alt die Burschen und Mädchen sind, ist schwer zu sagen: Die asiatischen Züge lassen ihre Gesichter ebenmäßiger und jünger aussehen als die ihrer kaukasischen Altersgenossen. Über sich selbst wollen die Kinder chinesischer Einwanderer nichts verraten - weder ihr Alter noch ihre Namen. Volljährig sind sie, so viel steht fest. Andernfalls dürften sie hier nicht pokern.

Warum aber dann die Geheimnistuerei? "Wenn


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