Ins Mark  Der Kommentar zur steirischen Woche

Genug geraunzt!

Steiermark | aus FALTER 02/12 vom 11.01.2012

Jetzt könnte doch wirklich einmal ein Ruck durch die Mannschaft gehen. 2011 wurde eh ausgiebig protestiert, und 2012 wird schwer genug. Endlich mal in die Hände spucken, die Klappe halten und kräftig anpacken! "Eine Nichtraunzer-Zone im Kulturbetrieb“, das forderte Kulturlandesrat Christian Buchmann (ÖVP) unlängst in einem Gespräch mit der Kleinen Zeitung.

Dabei wurde im vergangenen Jahr gar nicht über Gebühr genörgelt. Es wurde Kritik geübt. Und die große Schwester der Raunzerei hatte ihren Auftritt zu Recht. Derzeit schaut es nämlich im steirischen Kulturbetrieb alles andere als rosig aus. Zur Erinnerung: Den großen Institutionen wurde anständig was runtergeräumt, den mittleren und kleineren ging’s auch schon mal besser. Das Joanneumsviertel steht nun da wie eine Eins, ganz im Gegenteil zum Programmbudget des Universalmuseums Joanneum. Noch immer ist nicht klar, welche Zukunft auf das Grazer Künstlerhaus wartet. Und zahlreiche namhafte Institutionen der bildenden Kunst in Graz haben eindringlich auf ihre und die prekäre Situation im Lande hingewiesen. Und glaubt noch wer an eine Akademie für die bildenden Künste?

Dabei ist Buchmann selber ein Raunzer. Die Ateliersituation in Graz hält er für "sehr unbefriedigend“. In Richtung Wien raunzt er, es wachse zu wenig Geld vom Bund über den Semmering rüber. Obendrein diagnostiziert er in einem Kommentar für die Krone, "dass Graz nach dem Kulturhauptstadtjahr 2003 der Schwung verlorengegangen ist (...)“. Und selbst mit seinem Liebkind, den Creative Industries, hadert der Landesrat. Genug geraunzt, jetzt heißt es in die Hände spucken und kräftig anpacken!


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