Kommentar Strafvollzug

Der Fall "Eislady“: Wie hart müssen Gefängnisse sein?


Florian Klenk
Falter & Meinung | aus FALTER 03/12 vom 18.01.2012

Wie schnell doch in der Öffentlichkeit aus einer "Eishexe“ eine entrechtete Mutter werden kann. Je greifbarer das Schicksal eines Menschen wird, desto weniger hart will man ihn offenbar bestraft wissen.

Der vom Boulevard inszenierte Fall der mutmaßlichen Doppelmörderin Estebaliz C. (sie soll zwei Männer ermordet haben) und das als grausam empfundene Wegnehmen des Säuglings im Kreißsaal ist ein guter Anlass, wieder einmal ein paar grundsätzliche Fragen abseits des Einzelfalls zu stellen:

Wie hart müssen Gefängnisse sein? Wie sieht humaner Strafvollzug im Jahr 2012 aus? Warum sperren wir Schwerkriminelle eigentlich ein? Zur Abschreckung? Oder auch zu deren Resozialisierung? Wieso betreiben wir ein Gefängnissystem, das vor allem Rückfälle produziert?

Seit dem 18. Jahrhundert ist uns im Gefängniswesen nicht wirklich viel Neues eingefallen. Ja, Zellen sind heute heller und humaner, das "harte Lager“ im Kerker gibt es nicht mehr. Doch noch immer schirmen wir Häftlinge (die Mehrzahl

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