Im kalten Bürgerkrieg

Politik | Reportage und Fotos: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 03/12 vom 18.01.2012

"Es erinnert mich an den Kommunismus“, sagt der angefeindete Schauspieler. Zu Besuch bei Budapests aufgebrachten Intellektuellen

Der bedeutende Theaterdirektor zum Beispiel. Er sagt, seine Situation sei "heikel“, er müsse aufpassen, was er sage, und dürfe sich nur noch "mit klarem Verstand“ öffentlich äußern. Er überlegt lange, dann sagt er das Interview ab.

Oder der berühmte Wissenschaftler. Er rede nicht mit Journalisten, bittet um Verständnis.

Ein Ökonom formuliert seine Absage via E-Mail: "Wie alle Aspekte im öffentlichen Raum ist auch das kulturelle und intellektuelle Leben tief nach ideologischen und politischen Linien gespalten.“ Jedes Wort, das er sage, würde die eine oder andere Seite interpretieren, an dieser Debatte wolle er sich nicht beteiligen, "der Charakter und der Stil des Diskurses ist komplett gegen meinen Geschmack“.

Viel wurde in den vergangenen Tagen über Ungarn geschrieben, man las über die finanzielle Not, über Journalisten, die gegen Zensur im


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