Die Banalität der Teufel

Politik | Gespräch: Wolfgang Zwander | aus FALTER 03/12 vom 18.01.2012

70 Jahre Wannseekonferenz: der NS-Forscher Gerhard Botz über das weithin unbekannte Leben im Konzentrationslager

Am 20. Jänner 1942 lud SS-Mann Reinhard Heydrich zu einem scheinbar alltäglichen Treffen (siehe Kasten Seite 15). Doch statt einer "Besprechung mit anschließendem Frühstück“ wurde am Wannsee die industrielle Vernichtung der Juden in Angriff genommen. Der Historiker Gerhard Botz zählt zu den renommiertesten NS-Forschern Europas, er dokumentiert wie kaum ein anderer die Aussagen KZ-Überlebender.

Falter: Herr Botz, Sie haben große Teile Ihres Lebens auch zu Konzentrationslagern geforscht. Was erschüttert Sie heute am meisten?

Botz: Für mich ist das NS-Vernichtungssystem so unvorstellbar grausam, weil es seine Feinde und Opfer nicht nur ausgebeutet, gequält und zu Tode gebracht hat, sondern sie im Konzentrationslager (KZ) gegeneinander ausgespielt hat. Das ging so weit, dass Häftlinge gezwungen wurden, an der Vorbereitung des Vernichtungsvorgangs und der Durchführung


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige