Nachgetragen  Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Dienstpässe für Glücksspielgiganten: ein Stück Österreich

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 03/12 vom 18.01.2012

Österreichs Expolitiker und ihr Anhang durften sich auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt mit Diplomatenpässen versorgen. Sogar Waffenlobbyisten wie Alfons Mensdorff-Pouilly oder Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser reisten mit dem roten Schein, wie der Kurier aufdeckte. Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky betonte, an der Hotellobby sollte man ja auch wissen, wer er war und ist.

Wie Falter-Recherchen zeigen, waren aber nicht nur Diplomatenpässe hoch begehrt, sondern auch sogenannte "Dienstpässe“, die das Innenministerium vergibt.

Sie sollen Abgeordneten und Beamten der Republik das Reisen erleichtern. Da selbst die Wirtschaftskammer "Dienstpässe“ für ihre Mitglieder beantragen kann, durften sich auch umstrittene Unternehmer mit diesen Dokumenten ausweisen.

So reisten der Milliardär Martin Schlaff sowie der Waffenhändler Gaston Glock mit einem Dienstpass (er wurde nicht verlängert).

Auch der Glücksspielmilliardär Johann F. Graf, Chef des Konzerns Novomatic, kann einen offiziellen Dienstpass an der Grenze zücken.

Formeller Grund: "Reisetätigkeiten zum Aufbau und zur Erschließung neuer Märkte“, so Novomatic-Sprecher Hannes Reichmann. F


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