1 Tag ORF: ein Selbstversuch

Medien | aus FALTER 03/12 vom 18.01.2012

Alle reden vom ORF. Aber was zeigt er uns eigentlich den ganzen Tag? Ein Sofa, drei Programme, ein Fernsehtag

Protokoll: Sibylle Hamann

Sieben Uhr zwanzig. Der Tag beginnt mit einer Krise. Denn morgens fernsehen bedeutet, aufs Radiohören zu verzichten. Raimund Löw aus Brüssel wird mitten im Satz abgewürgt. Das "Morgenjournal“ abgedreht. Stattdessen: Buhu, das Schlossgespenst ist da. Ein Dutzend Halbwüchsige hüpfen verkleidet in einer lieblos gezimmerten Pappkulisse herum, am Klavier begleitet von einem alternden Mann mit schulterlangem, schütterem, blondiertem Haar. Er trägt Lederjacke, und würde man ihm am Spielplatz begegnen, man würde die Polizei rufen. Es handelt sich um "Freddy und seine Freunde“.

Anschließend Olivia, eine computeranimierte Nervensäge mit Piepsstimme, die mit einem Weltraumbären "Pfannkuchen“ backt. Eine Folter in Türkis und Rosa. Hätte ich nicht beim "Wetterpanorama“ Zuflucht gefunden, ich hätte diese Recherche schon nach einer halben Stunde abgebrochen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige