Ein so autokratischer wie getriebener Herrscher

Feuilleton | Filmkritik: Michael Pekler | aus FALTER 03/12 vom 18.01.2012

Clint Eastwoods Biopic "J. Edgar“ überzeugt durch einen abgeklärten Blick auf ein wichtiges Stück US-Geschichte

Die Bewerber würden nicht zu ihm aufblicken, beschwert sich der Mann im feinen Tuch bei seiner Sekretärin. Das gehe nicht an, denn wer beim FBI seinen Dienst antreten wolle, müsse von Anfang an seine Autorität zu spüren bekommen. Dieses Problem sei einfach zu lösen, sagt die loyale Vorzimmerdame zum Chef, er müsse nur aufstehen und dürfe sich nicht hinter seinem Schreibtisch verstecken.

Seine Körpergröße bremst J. Edgar Hoovers absoluten Herrschaftsanspruch, mit dem er die US-Ermittlungsbehörde führt, ebenso wenig wie sein Sprechtempo. "Speed“ nennen sie ihn seit seiner Kindheit, doch das Stottern hat er unter Kontrolle.

Clint Eastwood stellt die ambivalente Macht Hoovers in "J. Edgar“ sehr anschaulich dar. Wenn der FBI-Boss seinen späteren Lebensgefährten und Stellvertreter Clyde Tolson (Armie Hammer) etwa im Büro zu einem Bewerbungsgespräch empfängt,


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