"Saufen, ein Auto haben, Fernsehen“

Feuilleton | Würdigung: Erich Klein | aus FALTER 03/12 vom 18.01.2012

Schmales Œuvre, große Lyrik: Der Dichter Walter Buchebner (1929-1964) ist neu zu entdecken

Vielleicht wäre die Literaturgeschichte der Zweiten Republik anders verlaufen, hätte Walter Buchebner seinem Leben nicht im August 1964 in Paris freiwillig ein Ende gesetzt. Sein lediglich aus wenigen Gedichtbänden, kaum Prosa und einigen Tagebuchnotizen bestehendes Œuvre war international orientiert, weder experimentell im herkömmlichen Sinn noch durch Metaphern verschwurbelt oder politisch links. Eine Konstellation, die es im Österreich der Nachkriegszeit kaum gab.

Als Sohn eines Arbeiters 1929 in Mürzzuschlag geboren, wurde Buchebner in den letzten Tagen des Kriegs noch zum Volkssturm eingezogen. Er desertierte. Ein Jahr nach Kriegsende notiert er in seinen Aufzeichnungen über die "erste innere Abwehrfront“ des "Kinderrevolutionärs“: "Und als die Kirschbäume in unserem Garten zu blühen begannen, kam endlich der 8. Mai, der erste Tag des Waffenstillstandes. Ich schmückte sofort unser

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