Ohren auf  Sammelkritik: Weltmusikalisches mit Hauptwohnsitz Wien

"Geh bitte, wia kauma nua so sein“

Gerhard Stöger | Feuilleton | aus FALTER 03/12 vom 18.01.2012

Geh bitte, wia kauma nua so weadn, wie kauma nua so sein, die Buzal san so liab, owa die Leit san so gemein.“ Mit diesen charakteristischen Worten beginnt "Z Tod gfiacht“ (Extraplatte), das zweite Album des Trio Lepschi. Ohne allzu ausgeprägten Glauben an das Gute und Schöne spielen Thomas Slupetzky, Stefan Slupetzky und Martin Zrost moderne Wienerlieder, die durch ihre poetische Sprache wie durch ihre feingliedrige Musik überzeugen.

Die Österreich-Abrechnung "Liebe Grüße“ reimt "Grasser“ naheliegenderweise auf "Strasser“, "Unterweger, Priklopil“ aber auch auf "Thujenhecke, Gartengrill“; zwischendurch zeigen Liebeslieder, dass das goldene Wienerherz gar nicht so kalt sein muss, wie man oft glauben möchte: "Ohne di bin a Gulaschsuppm ohne Paprika, drum sei so guad und hob mi gean wiar i di aa.“ "Des Bankl“ führt den Ostbahn-Kurti aus dem Bierzelt in den Jazzkeller, "Lukrezia“ wirkt, als würde sich die EAV um das Prädikat "wertvoll“ bemühen; das meiste aber

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