Prost!  Lexikon der Getränke. Diese Woche: sortenreine Säfte

Das Paradies kann warten: über klösterliche Trinkäpfel

Stadtleben | aus FALTER 03/12 vom 18.01.2012

Das Stift Klosterneuburg macht aus Obst nicht nur Weine und Edelbrände, sondern auch Fruchtsäfte. Der Schwerpunkt liegt auf dem Apfel, aber es werden zudem Trauben von der Weinproduktion abgezwackt und zu Traubensaft verarbeitet.

Man kann also jetzt alkoholfrei Grünen Veltliner und Sankt Laurent schlürfen, der Alkoholgehalt im Blut kommt nur von der körpereigenen Gärung und nicht aus der Flasche. Der Fokus bei den klösterlichen Fruchtsaftmachern liegt nämlich auf der Sortenreinheit. Das mag zwar ideologisch mehr als schwierig sein, bei der Saftproduktion liegt man damit goldrichtig, zumindest marketingtechnisch. Da wäre auch beispielsweise Golden Delicious zu nennen - süß und samtig fließt der flüssige Apfel die Kehle runter. Ähnlich wie Jonagold. Idared enthält etwas mehr Säure, süß und leicht nussig. Bei Cox Orange merkt man, dass es sich um eine ehrwürdige Apfelsorte handelt, süß, fast honigartig schmeckt man das fortgeschrittene Alter. Granny Smith ist ein erfrischender, säuerlicher Apfel, etwas unspektakulär.

Neben den reinen Sorten gibt es auch Mischungen, die mit der Birne und der Karotte erweitert wurden. Sehr schmackhaft sind die Traubensäfte, die man fast verdünnen muss, so intensiv sind sie. Einziger Makel ist, dass die Abfüllung in Einwegflaschen erfolgt. Aber was Getränkeverpackungen betrifft, ist der Stein der Weisen noch nicht gefunden. Repräsentativ kommen diese Säfte im grünen Glasgewand allemal daher. Das Paradies kann, bitteschön, warten. MS


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