Ins Mark  Der Kommentar zur steirischen Woche

Was wir brauchen

Steiermark | aus FALTER 03/12 vom 18.01.2012

Donja Noormofidi ist Redakteurin im Steiermark-Falter

In einem Jahr wird in Graz gewählt und ein bisschen fühlt man sich wie bei Ikea. Überall wird man geduzt: "Mehr für Graz. Mehr für Dich“, verspricht etwa die frischgekürte SPÖ-Chefin Martina Schröck. Bürgermeister Siegfried Nagl hört sich im Vergleich dazu fordernd an. "Graz braucht Dich“ steht auf der Einladung zu seiner Bürgerbeteiligungsveranstaltung.

Braucht Graz auch seinen ÖVP-Bürgermeister? Schwarz-Grün hat zwar Maßnahmen im Verkehrsbereich gesetzt - wie die Nahverkehrsdrehscheibe oder die Planung einer neuen Tramlinie - und die Kinderbetreuung ausgebaut. In Sachen Integration ist laut Experten aber zu wenig weitergegangen, beim Thema Feinstaub fiel auch der Stadt nichts Besseres ein, als Maßnahmen vom Land einzufordern. Soziale Brennpunkte belegt der Bürgermeister noch immer gerne mit Verboten.

Aber egal - Graz bekommt nach der nächsten Wahl voraussichtlich wieder Siegfried Nagl. Das hat er auch seinen Gegnern zu verdanken. Die ehemalige Bürgermeisterpartei SPÖ will neben "mehr für Graz“ vor allem mehr Wähler für sich und sieht selbst ein, dass sie wohl erst 2018 Konkurrentin um den Stadtthron ist. Die KPÖ liegt nach Ernest Kaltenegger bei elf Prozent und auch die grüne Juniorpartnerin kann dem Bürgermeister nicht gefährlich werden. Die Rechten rechnen sich ebenfalls Chancen auf den zweiten Platz aus. Nagl will es zwar vom blauen Wahlkampf abhängig machen, schließt aber einen Pakt mit der FPÖ nicht aus. Diese bietet inhaltlich wenig, macht auf ihrer Homepage aber bereits Stimmung gegen Moscheen. Stimmenfang auf Kosten von Minderheiten - das braucht Graz sicher nicht! F


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