Theater  Kritiken

Eine poetisch überhöhte Form von Sozialdrama

Lexikon | aus FALTER 03/12 vom 18.01.2012

Nis-Momme Stockmann zählt zu den meistbeachteten jungen Dramatikern Deutschlands. Nun ist erstmals in Wien ein Stück des 30-jährigen Autors zu sehen. Der am Schauspielhaus engagierte Schauspieler Steffen Höld hat mit fünf Studentinnen und Studenten des Konservatoriums Wien Stockmanns Zweitling "Das blaue blaue Meer“ (2010) inszeniert. Das Stück erzählt eine aussichtslose Liebesgeschichte vom äußersten Rand der Gesellschaft und ist ein schwieriger Fall: Der Held säuft sich einerseits das Hirn aus dem Schädel, ist andererseits aber auch souveräner Erzähler des eigenen Scheiterns: eine poetisch überhöhte, ironisch überzeichnete Form von Sozialdrama. Wie soll man das spielen? Höld findet für das Problem eine etwas unverbindliche, aber probate Lösung: Chor statt Individuen, Rhythmus und Sound statt Einfühlung und Realismus. WK

Schauspielhaus, So, Di, Mi 20.00 (bis 8.2.)


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