Film  Neu im Kino

Therapeutische Arbeit am Ich: "Empire Me“

Lexikon | Joachim Schätz | aus FALTER 03/12 vom 18.01.2012

Paul Poet spricht den Off-Kommentar für seinen Dokumentarfilm "Empire Me“ nicht, er flüstert und raunt ihn, im Tonfall dessen, der ein Geheimnis mitzuteilen hat. Das lautet: Gesellschaft geht auch anders, und über 500 Mikronationen machen gegenwärtig die Probe aufs Exempel. Diese Kleingemeinschaften setzen sich von den sie umgebenden Staaten ab und schreiben den Gesellschaftsvertrag nach eigenem Gutdünken neu. Poet, der bereits Christoph Schlingensiefs Wiener Container-Atopie einen Film gewidmet hat, porträtiert in "Empire Me“ sechs solcher Selfmade-Utopien. Die Mehrzahl - beispielsweise der autonome Kopenhagener Stadtteil Christiania oder die australische Provinz von Hutt River - existieren schon seit mehr als drei Dekaden, für jüngere aktivistische Wellen steht ein auf Floßstädten vazierendes Künstlerkollektiv ein.

"Empire Me“ ist merklich ein Herzensprojekt: Animierte Zwischensequenzen, ein dicht geknüpfter Musikteppich (Alexander Hacke) und Off-Kommentar-Lyrik zeigen


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