Film  Neu im Kino

"Tyrannosaur“: Zorn und Gnade in Leeds

Lexikon | aus FALTER 03/12 vom 18.01.2012

Paddy Considines Langfilmdebüt "Tyrannosaur“ zählt zu den renommiertesten britischen Filmen des letzten Jahres. Mit jener "dynamischen und unternehmerischen“ Filmwirtschaft, die Premier David Cameron in Zukunft verstärkt gefördert sehen will, hat diese Ballade über Zorn und Gnade in den Wohnsiedlungen von Leeds indes wenig zu tun. Der rohe Witwer Joseph (Peter Mullan) tritt gleich zu Beginn aus Rage seinen Hund tot; ein Gegengewicht findet er in der gütigen, von ihrem Gatten gequälten Hannah (Olivia Coleman). Paddy Considine, ein fähiger Charakterdarsteller, lässt dem Protagonistenpaar viel Spielraum. Vor allem Coleman erstaunt als Frau, deren Freundlichkeit nur notdürftig nackte Angst überdeckt. Considine dagegen gönnt sich, in Drehbuch wie Inszenierung, den einen oder anderen einfachen Ausweg: Metaphern wie der Saurier im Titel oder ein schief hängendes Jesus-Bild stehen papieren aus der Milieubeschreibung, und um Ungustl Joseph sympathischer zu machen, wird er sicherheitshalber von zwei, drei größeren Arschlöchern umstellt. Aus diesem vielversprechenden Regisseur muss erst ein präziser werden. Auch dazu wäre eine Filmförderung eigentlich da. JS

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