Theater  Kritiken

Ich mach dich Schiller: Integration mit Pistole

Lexikon | aus FALTER 04/12 vom 25.01.2012

Das postdramatische Vorzeigestück "Verrücktes Blut“ treibt das Integrationsthema ins Absurde: Die Lehrerin einer Klasse voller renitenter Schüler mit Migrationshintergrund verliert die Nerven - und zwingt sie mit vorgehaltener Waffe, sich mit dem Dichter Friedrich Schiller zu beschäftigen. Das Berliner Erfolgsstück ist nun auch in Wien gelandet - und funktioniert auch hier ausgezeichnet. Sogar die gefürchtete zweite Vorstellung ist gerammelt voll, das Publikum tobt. Regisseur Volker Schmidt hat die Handlung nach Österreich ("Fut“ statt "Muschi“) verlegt und unter die türkischstämmigen Schüler auch einen deutschen Migranten geschummelt. Der Szenenapplaus, den eine Schauspielerin dafür bekommt, dass sie ihr Kopftuch abnimmt, ist ein Missverständnis. Aber genau solche Missverständnisse sind es, die dieses Stück spannend machen. WK

Garage X, So, Mo 20.00


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