Nachrichten aus dem Inneren

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 04/12 vom 25.01.2012

Die Redaktion erklärt sich selbst

Es war nur eine Kleinigkeit, aber sie ließ mich erbleichen. Von einer Sekunde auf die andere war mein Mailkonto nicht mehr zu erreichen. Ich tat, was man halt so tut in solchen Situationen, Programm beenden, neu starten. Nichts. Rechner neu starten. Kein Zugang zum Mailaccount.

Was macht der Redakteur in seiner Verzweiflung? Er ruft die EDV an. Schon steht Robert Müller in der Tür und macht’s wieder gut. Eh klar, die Preferences waren’s. Sollte nicht passieren, passiert aber. Müller lächelt, so was sichert seinen Job. Und Obacht auf die Bookmarks, die exportieren wir schnell auf den Schreibtisch, die holt es sich eh automatisch, das Programm, das Preference-mäßig durcheinandergekommene, der Firefox, eh klar.

Das sind die kleineren Vorfälle, größere können sich serienmäßig zu Unfällen summieren, wenn - wie diesen Montag - die Stefan-Apfl-Gedächtnismaschine ausfällt, der Konica-Minolta-Drucker. Der fällt nur montags aus, denn montags ist Produktion.

Dann saust Vedran Sormaz, Müllers Chef, mit Müller durch die Räume und stellt die Rechner der Redaktion auf andere Netzwerkdrucker um. Dann wieder muss der Zugang zum von Vaclav Habich aufgefrischten Server geändert werden, denn Macs goutieren kein smb-Protokoll. All diese kleinen und großen Vorfälle sieht man dem Blatt nicht an. Das ist saubere Arbeit, vergleichbar der eines Psychiaters oder Seelsorgers: den Vorfall sich nicht zum Unfall ballen zu lassen, sondern ihn zur bewältigten Normalität umzuformen.


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