Ein schwuler Katholik soll Italiens Linke retten

Politik | Rezension: Franz Kössler | aus FALTER 04/12 vom 25.01.2012

Der italienische Politiker Nichi Vendola ist ein kommunistischer Katholik, dessen Manifest linke Denker in ganz Europa inspiriert

Jahrelang schien es, als hätte sich in Silvio Berlusconis Bunga-Bunga-Republik die Linke, die einmal weit über Italien hinaus ein Bezugspunkt war, aufgelöst. Hier und da erinnerte eine Protesterklärung daran, dass es in dem Land noch immer eine Reihe hervorragender kritischer Intellektueller gibt, die sich freilich aus der aktiven Politik zurückgezogen haben.

Im Parlament agiert ein Haufen von Gruppierungen mit linkem Stammbaum orientierungslos, gespalten, in persönliche Machtkämpfe verstrickt. Daran war die letzte Linksregierung unter Romano Prodi gescheitert, und das charakterisiert in diesen Tagen auch die Kritik der Linken am Sparprogramm der Professorenregierung unter Mario Monti.

Von diesem Hintergrund hebt sich eine faszinierende Persönlichkeit ab: Nichi Vendola, Jahrgang 1958, der vor allem unter den Jugendlichen der neuen, gebildeten Mittelschicht


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