Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Warum sich junge Wiener immer öfter durchs Telefonieren verschulden

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 04/12 vom 25.01.2012

So lässig es sein kann, übers Smartphone-Touchscreen zu wischen, so sehr kann es auch wehtun. Nämlich im Börserl. Die Wiener Schuldnerberatung schlägt Alarm, dass immer mehr junge Menschen aufgrund von "Gratis“-Handys in Schulden schlittern. "Das Problem sind die langfristigen Null-Euro-Verträge für Smartphones“, sagt Alexander Maly, Geschäftsführer der Wiener Schuldnerberatung. "Diese Verträge verführen junge Leute, die kein Geld in der Tasche haben, aber trotzdem ein iPhone wollen.“

Seit rund zehn Jahren beobachtet die Wiener Schuldnerberatung das Phänomen der Handyverschuldung. Vor fünf Jahren stand bereits jeder zweite unter 25-Jährige, der sich an die Beratungsstelle wandte, bei einer Handyfirma in der Kreide. Mittlerweile sind 73 Prozent der Jungen verschuldet, Männer stärker als Frauen. Mit der Markteinführung von Smartphones hätte es einen "Ruck nach oben“ gegeben, sagt Maly. Im Gegensatz dazu bleibt die Zahl der Handyschuldner, die älter als 25 Jahre sind, konstant bei rund zehn Prozent. "Das entspricht in etwa dem Wert, den früher die Verschuldung bei Versandhäusern ausgemacht hat.“ Die Versandhäuser seien aber heute fast weg von der Bildfläche.


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