Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Rechtsliberale Vokuhila-Träger gegen die schwarze Heuchlerbande

Politik | Wolfgang Zwander | aus FALTER 04/12 vom 25.01.2012

Die Erwartungshaltung an BZÖ-Chef Josef Bucher war hoch, stand seine Rede doch in direkter Konkurrenz zu den Worten von Heinz-Christian Strache beim FPÖ-Neujahrsempfang. Vergangenen Sonntag versammelten sich im Veranstaltungszentrum Arena 44 in Wien rund 500 BZÖ-Anhänger, um mit der orangen Parteispitze den politischen Jahresbeginn zu begehen.

Obwohl aus dem Hotelier Bucher kein Volkstribun mehr werden wird, was er vermutlich selbst weiß, hat seine Rede im Publikum für Zustimmung gesorgt. Das rhetorische Mittel, das den Saal am besten zu unterhalten verstand, war Hatz auf die EU und die ÖVP. Jedes Mal, wenn Bucher die Schwarzen als "Heuchler-“ oder "Steuererhöhungsbande“ beschimpfte, erklang wohlwollendes Raunen im verdunkelten Raum.

Wer aber sind die Menschen, die ihren Sonntagvormittag der orangen Splittertruppe schenken? Sie stellen eine Mischung der Typen abstiegsgefährdeter Kleinunternehmer, Vokuhila-Träger und Pensionist mit Trachtenjoppe dar. Das Band, mit dem Bucher diese Truppe erfolgreich zusammenhalten will, hat er in seiner Rede "rechtsliberal“ genannt. Als er das Wort auf das Publikum losließ, erntete er leere Blicke.


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