Wenn einer nur mehr Auto fährt

Feuilleton | Filmkritik: Michael Pekler | aus FALTER 04/12 vom 25.01.2012

Der Film "Drive“ wertet ein etwas tot geglaubtes Kinogenre auf - den Autofilm

Manche Filmgenres will man nicht sterben lassen. Bei jedem neuen Disney-Piratenspektakel ist von einer Wiedergeburt die Rede ist. Was zählt, ist allein die Relevanz: Was kann ein Genrefilm über ein gut funktionierendes Divertissement hinaus leisten? "Drive“ ist ein Autofilm. Das bedeutet, dass er sich an Vorbildern orientieren, ohne eine Nachbildung zu werden, und er muss Originalität besitzen, ohne selbst Original sein zu können.

Deshalb ist der Held von "Drive“ ein schweigsamer junger Mann, der dasselbe innige Verhältnis zum Automobil hat wie die Kinogeschichte, und deshalb muss Ryan Gosling als namenloser Fahrer eine doppelte Rolle spielen: einen sich authentisch gebenden Fahrer, der zugleich ohne seine buchstäblichen Vorfahren auf der Leinwand nicht existieren würde.

Natürlich beginnt der Film mit einer Autofahrt. Driver ist in den nächtlichen Straßen der Autohölle von Los Angeles unterwegs.


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