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Feuilleton | Kritik: Klaus Nüchtern | aus FALTER 04/12 vom 25.01.2012

Virtuos, vif und sehr vergnüglich: "The Artist“ zeigt, was wir am Stummfilm hatten

Es gehört zum Selbstverständnis diverser Avantgarden, für die Wiederherstellung wahrhaftiger Wahrnehmung zuständig zu sein. All die Rezeptionsraster, die uns Abstumpfungsagenturen wie "das“ Fernsehen und "der“ Mainstream aufdrängen, müssen aufgebrochen werden, "um das Empfinden des Lebens wiederherzustellen“ (wie es vor knapp einem Jahrhundert der russische Formalist Viktor Šklovskij formuliert hat).

Dabei versteht sich das, was als konventionell gilt, keineswegs von selbst, sondern beruht eben auf Konventionen, Vereinbarungen also, mit denen man vertraut sein muss, andernfalls selbst eine Rosamund-Pilcher-Verfilmung nichts anderes wäre als ein ziemlich wüstes Stakkato von optischen und akustischen Reizen.

Wie leicht es uns fällt, diese zu einer überschaubaren Erzählung und einem einheitlichen Erlebnis zu synthetisieren, wird schlagartig dann augen- und ohrenfällig, wenn einzelne Parameter


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