"Hall of Mirrors“ im Filmmuseum: als Hollywood über Hollywood erzählte

Feuilleton | Michael Omasta | aus FALTER 04/12 vom 25.01.2012

Die erste Einstellung von "Sunset Boulevard“ gehört zu Billy Wilders schärfsten Pointen: William Holden, der Star des Films, treibt leblos in einem Swimmingpool und fängt aus dem Off an, die Geschichte zu erzählen. So weit, so bekannt.

Doch das ist bestenfalls die halbe Pointe. William Holden nämlich spielt einen Drehbuchautor, der von einer Diva des frühen Kinos erschossen wird. Mithin rächt sich der Stummfilm bei Wilder an den Schreiberlingen, die den Bildern den Rang abgelaufen haben.

Natürlich ist es kein Zufall, dass Hollywood seine eigene Geschichte in einem Moment der Krise für sich entdeckt hat. Während das Fernsehen zum Siegeszug antrat, läutete "Sunset Boulevard“ (1950) eine ganze Welle von Filmen ein, in denen Hollywood über Hollywood erzählte: manche hochdramatisch ("The Bad and the Beautiful“), manche tragisch ("A Star Is Born“), manche unter Rückgriff auf die Stummfilmzeit ("Singin’ in the Rain“).

Anlässlich der 100-Jahre-Hollywood-Ausstellung "Bigger


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