Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Zwetschkensaft

Gequetschte Zwetschke zum Trinken und Frohmachen

Stadtleben | aus FALTER 04/12 vom 25.01.2012

Viele Worte wurden verloren über Energy-Drinks, Halbliterformate für durstige Eilige und sonstigen Softdrinkschabernack. Aber wer von uns weiß noch, wie ein richtiger Zwetschkensaft schmeckt? Mit dieser wunderbar süßen und wärmenden Frucht, die man in unseren Breiten gern in Knödelteig steckt, findet man auch als Saft die Gnade vor dem Herrn.

Ihre vollschlanke Figur gibt sie hier zwar materiell auf, aber nicht, was den Geschmack betrifft. Warm und wollig schmiegt sich der Direktsaft an die Gurgel und versöhnt die von kohlensäurehältigen Getränken malträtierte Speiseröhre mit ihrem sanften Wesen. Kaum zu glauben, dass es der Zwetschkensaft nicht geschafft hat, auf dem österreichischen Markt zu reüssieren. Die Zwetschke ist wohl die kleine Stiefschwester der alles bestimmenden Marille. Aber vielleicht liegt es auch an der reschen Bezeichnung: Zwetschke, Röster, Powidl - mit so Namen macht man nicht Karriere. Da ist "Marille“ schon wohlklingender. Welch fataler Trugschluss! Zum Glück gibt es einen gewissen Jiri Karger aus Kromeriz, Tschechien, der diesen guten Saft aus Bio-Zwetschken und Bio-Rohrohrzucker, Bio-Zitronensaft und Ascorbinsäure herstellt. Abgefüllt wird von Eberl & Co in Kalch in der Steiermark. Der Vertrieb wird von Biopro OK am Yppenplatz vorgenommen, der ein paar Greißler in Wien beliefert. Zugreifen heißt es, wenn man dieses Safts gewahr wird. So schnell und leicht kommt man nicht an dieses Zeug ran. Das Glasmehrweggebinde ist nicht für eilige Mäuler bestimmt. MS


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