Menschen

Trennungsgerücht

Falters Zoo | Ingrid Brodnig, Christopher Wurmdobler | aus FALTER 04/12 vom 25.01.2012

In dem hübschen US-Film "Serial Mom“ von John Waters kann man die Schauspielerin Kathleen Turner dabei beobachten, wie sie sehr böse wird, weil ihre Nachbarn den Müll nicht trennen. Thomas Schäfer-Elmayer wird natürlich niemals jemandem eins auf die Rübe geben, nur weil er Plastikflaschen zum Restmüll gibt. Der Mann, dessen Name stets in einem Atemzug mit dem Wörtchen "Benimmpapst“ genannt wird, ist das Gesicht einer neuen Recyclingkampagne. Und so erklären wir uns auch das, was vergangenes Wochenende im strömenden Regen am Graben vor sich ging: Müllsammelfahrzeuge kreuzten auf, Damen und Herren wie vom Jungdamen- und -herrenkomitee erschienen in Frack und Abendkleid und brachten ihr Leergut zum Entsorgen. Und wir dachten immer, angekündigte Flashmobs finden nicht statt. Aber wenn’s doch für die neue Trennkampagne ist.

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Apropos: Allen Trennungsgerüchten (Seal/Klum) zum Trotz ist ja Heiraten wahnsinnig in. So in, dass es dazu sogar eigene Messen gibt, die dann "Trau dich“ heißen und durch alle Großstädte ziehen. In messeeigenen Hochzeitskapellen kann man dann blitzschnell eine Blitzhochzeit hinlegen und hoffen, dass nicht Herr Schäfer-Elmayer irgendwo um die Ecke lauert und unbedingt was trennen möchte. Jacques Patriaque war bei der Veranstaltung am Wochenende im Wiener Messezentrum wohl auch da. Jacques Patriaque, das ist der Ehemann von Conchita Wurst, die ja möglicherweise für Österreich zum Songcontest nach Baku reist. Gemeinsam mit Kitty Willenbruch und Mitzy May wollte man eine Boylesque-Burlesque-Show zeigen, angeblich der neueste Trend bei Trauungen. Früher gab’s bei Hochzeiten maximal das "Ave Maria“.

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Und es gibt wieder ein konspiratives Küchenkonzert (Fr, 22 Uhr, ZDF.kultur). Das lustige Fernsehformat hat wieder einmal Musiker aus Wien zu Gast, diesmal das Gemüseorchester, was außerordentlich gut zur Küche und zu Künstler Gereon Krebber passt, der ebenfalls im Studio war. Genauer: zur Küche von Gastgeber Marco Antonio Reyes Loredo im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg, in der er seine Gäste, Besucher und Kamerateams empfängt. Unbedingt ansehen (wir haben’s schon vorab gesichtet, ist nämlich nicht live), die Show ist heuer nicht umsonst für den Grimme-Preis nominiert.

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Diese Woche sind vermutlich alle 16- bis 26-Jährigen krank, die haben sich am FM4-Geburtstagsfest verkühlt. Das findet jährlich im Jänner in der Arena statt und jedes Jahr schreiben wir dann, was für eine Irrsinnsidee ein Open-Air-Fest im Winter ist. Diesmal war es besonders irrsinnig, nahezu weltuntergangsmäßig, passend zum gleichnamigen Motto. Es regnete durchgehend, so als würde Noah gleich eine Arche bauen und wegsegeln. Da fluchte auch Florian Zwietnig vom Elektropunkduo Mediengruppe Telekommander böse über das Wetter (wir wollen seine Wortwahl lieber nicht wiederholen). Mandl bedankte sich bei den Fans, die trotz Regens ausharrten. Immerhin war es das letzte Konzert der Mediengruppe vor ihrer Auflösung. Also ziemlich depri alles. Beim Trostbier konnte man sich die Problemchen der FM4ler anhören. Die leiden etwa unter gemeinen Zuhörern. Auf "Morning Show“-Co-Moderator Roli Gratzer hat sich ein Anrufer eingeschossen. Der sagt Dinge wie: "Hello FM4. Could you please play me a song? Because listening to Roli Gratzer in the morning is really a pain in the ass.“ Voll fies! Dabei hat Gratzer doch den schönsten steirischen Dialekt überhaupt. Liebes FM4: Nächstes Jahr bitte ein sommerlicheres Motto, zum Beispiel "Klimawandel“. Vielleicht haben wir dann endlich 20 Grad und Frühlingsgefühle.

Achtung!

E-Mail an den Zoo: zoo@falter.at

Schach/Rätsel finden Sie ab sofort in der Falter:Woche auf Seite 46


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