Nachrichten aus dem Inneren

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 05/12 vom 01.02.2012

Die Redaktion erklärt sich selbst

Der Schatz des Jägers kann in vielen Formen herbeigeschleppt werden. Im Sommer vor zwei Jahren betrat Florian Klenk freudestrahlend das Büro, mehrere Supermarktsäcke voller Ordner in den Händen. Inhalt der Ordner: jene dubiosen Weisungen des Justizministeriums, die wochen- und monatelang die österreichische Öffentlichkeit aufmischten, die Ministerin jedoch vor allem veranlassten, nach dem Whistleblower zu suchen, und nicht, die angeprangerten Missstände abzustellen.

Solche Scoops können ein lang vorbereitetes Cover über den Haufen werfen. Jenes dieser Ausgabe hätte vermutlich darunter gelitten, obwohl das Interview, das Gerhard Stöger mit Soap&Skin führte, ziemlich solide in Beton eingegossen schien. Soap&Skin gibt in der Regel keine Interviews. Hier ist eines, vom - wie Stöger überzeugend darlegt - wichtigsten Pop-Act seit Kruder & Dorfmeister.

Konkurrenz? Johann Lafer? Unter normalen Umständen schon, der ist Österreicher, in Deutschland nicht nur als Koch äußerst erfolgreich, hierzulande fühlt er sich unterschätzt, da könnte man was korrigieren. Aber gegen Soap&Skin? Nein.

In den Tagen vor dem Erscheinen schaut Stöger schräg zum Kollegen Klenk hinüber. Ob der wohl wieder was aus dem Sack zieht? Tatsächlich. Nur war es diesmal kein Sack, es war ein schlichtes weißes Kuvert mit einer CD-ROM. Inhalt: alles (na ja, alles, was wir derzeit wissen können) über Karl-Heinz Grassers Konten. Stöger atmet auf; jede Woche kann Grasser nicht auf dem Cover sein!


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