Seinesgleichen geschieht  Der Kommentar des Chefredakteurs

Die zwei aktuellen politischen Perspektiven des Falles Grasser

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 05/12 vom 01.02.2012

Genug gegrassert! Denkste. Jetzt geht die Grasserei erst richtig los. Die von Florian Klenk enthüllten Dokumente legen nahe, dass die Staatsanwaltschaft entgegen den Befürchtungen, sie wäre zu schwach oder überfordert, einen ausgezeichneten Job macht und sich durch keinerlei Querschüsse irritieren lässt. Man kann dem Prozess durchaus gelassen entgegensehen, wenn man nicht gerade Plech, Meischberger oder Grasser heißt.

Das ist erfreulich, denn das Ansehen des Rechtsstaats hat schon genug gelitten. Andererseits bringt das Publikum erstaunlich viel Geduld auf. Oder ist es bloß Abstumpfung und das Gefühl, die Herrschaften seien ohnehin nicht zu fassen? Mit genügend Geld könne man sich jeden Justizfall herrichten? Das resignierte Abwinken ist zum nationalen Gruß geworden.

Die Causa Grasser wiegt also symbolisch schwer. Wenn hier auch nur der Anflug eines Zweifels bleibt, es sei nicht alles penibel aufgeklärt worden, nimmt das ganze System Schaden. Bei einem allfälligen Freispruch


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