Meinesgleichen

Straches pseudosemitischer Konfettiwurf

Falter & Meinung | aus FALTER 05/12 vom 01.02.2012

Hazeh Strache hat es wieder getan. Auf dem Burschiball soll er geäußert haben, die rechten Burschis seien die neuen Juden und gerade würden sie, die Burschis, die Reichskristallnacht erleben. Pech für ihn, das einem als Ballbesucher camouflierten Reporter des Standard zu erzählen. Oder wusste Strache, was er tat? Pflichtgemäß ruft die Kultusgemeinde "Strache ist untragbar“ (wir ahnten es die ganze Zeit), der elektronische Schwarm summt auf, rechte Elektroburschis und linke Gutmädis erregen sich einander, es regieren Schuldumkehr, gegenseitige Bezichtigung, politischer Konfettiwurf. Der neue Faschismus kommt von links, ruft Neopseudosemit Herbert Kickl, den keiner gefragt hatte. Strache schafft es tagelang in die Spitzenmeldungen.

Wie soll man mit so etwas umgehen? Man braucht Provokationen wie jene Straches nicht zu ignorieren, man sollte sie aber nicht über Gebühr aufbauschen. Der WU-Professor Franz Hörmann konnte jahrelang erzählen, was er wollte, etwa, dass das Geld demnächst abgeschafft sein würde, es interessierte niemanden. Interesse rief Hörmann erst hervor, als er, zu Konzentrationslagern befragt, sich um klare Antworten drückte. Schon bereitete der WU-Rat Schritte vor. Das berichteten die Medien. Jetzt kennen alle Hörmann. Mit Nazinazi ist man in der Öffentlichkeit (Hörmann bestreitet alle Vorwürfe). Merke: Die Nazikeule merzt selten das Übel aus, gegen das sie geschwungen wird. Aber sie verschafft ihm sehr viel Aufmerksamkeit.


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