Nachgetragen  Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Zu viele Kinder, zu wenig Geld: Da streiken die Freizeitbetreuer

Politik | Ruth Eisenreich | aus FALTER 05/12 vom 01.02.2012

Unerfreuliche Post bekamen die Eltern von über 20.000 Wiener Volksschülern letzte Woche: Ab 14 Uhr werde es am 1. Februar keine Betreuung für ihre Kinder geben, stand in dem Brief. Denn die etwa 700 Mitarbeiter des Vereins Wiener Kinder- und Jugendbetreuung, der für die Nachmittagsbetreuung in den Wiener Volksschulen zuständig ist, sind unter jenen laut Gewerkschaft über 100.000 im privaten Gesundheits- und Sozialbereich Beschäftigten, die an diesem Tag in ganz Österreich zu öffentlichen Betriebsversammlungen und Demonstrationen aufgerufen sind.

Ihre Gewerkschaft hat die Kollektivvertragsverhandlungen unterbrochen, weil die von den Arbeitgebern angebotenen Gehaltserhöhungen nicht einmal die Inflation abgedeckt hätten. Doch der Betriebsrat der "Freizeitbetreuer“ vom Verein Wiener Kinder- und Jugendbetreuung fordert nicht nur höhere Löhne, sondern unter anderem auch kleinere Gruppen: Bis zu 25 Volksschulkinder muss eine einzelne Mitarbeiterin betreuen - wenn jemand krank ist, auch mehr.

Betriebsratsvorsitzende Selma Schacht will, dass die Freizeitbetreuer am Mittwoch geschlossen demonstrieren. Einen Notbetrieb wird es trotzdem geben. "Wir lassen keine Kinder im Regen stehen“, sagt Schacht.


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