Mediaforschung  Nachfragekolumne

Warum dissen Sie die Deutschen, Herr Koinig?

Medien | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 05/12 vom 01.02.2012

Haben Sie gelacht?“, fragt Josef Koinig, Geschäftsführer der Werbeagentur Jung von Matt/Donau. Er selbst findet die Geschichte in seinem neuen Almdudler-Spot jedenfalls witzig.

Sie geht so: Ein deutscher Wanderer will das Echo der Alpen testen, schleudert den österreichischen Almdudler-Slogan gegen die Felswände, klingt dabei aber unüberhörbar deutsch: "Wenn die kan Almdudler ham, geh ik wieda ham!“ Aus den Bergen hallt daraufhin nicht das Echo des Deutschen, sondern ein österreichisches "Pfiati“ und der Tourist aus dem Nachbarland blickt dumm aus seiner Wanderwäsche. Piefke unerwünscht?

Die Wiener Werbewuzzis haben sich in der Kräuterlimonaden-Kampagne auf ein so traditionelles wie bewährtes Erfolgsrezept verlassen: Deutsche dissen. "Es gibt ein paar Dinge, die funktionieren in der Werbung immer“, sagt Koinig, "Kinder, Tiere, und aus österreichischer Sicht mit einem Augenzwinkern unsere Lieblingsnachbarn.“

Geht es nach der Werbeagentur, dann soll die Geschichte den Fernsehzusehern ein Lächeln abringen. "Wenn man schmunzelt, hat man schon viel erreicht“, sagt Koinig.

Lustig ist jedenfalls, dass die Werbeagentur Jung von Matt/Donau selbst ihren Ursprung bei der Hamburger Agentur Jung von Matt hat. Deshalb hätten die Wiener Werber auch einen Touristen mit Hamburger Dialekt bevorzugt. "Die deutschen Kollegen finden die Werbung sehr lustig“, behauptet Koinig. Humor ist, wenn man trotzdem lacht.


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