Der Kalte Krieg von seiner schönsten Seite: John le Carré im Kino

Feuilleton | aus FALTER 05/12 vom 01.02.2012

The Spy Who Came In from the Cold (1965)

Die bekannteste Carré-Verfilmung: Martin Ritt, selbst auf McCarthys schwarzer Liste, inszeniert einen schnörkellosen Spionagethriller über den Kalten Krieg in Ostdeutschland. Richard Burton und Claire Bloom tauchen an der Berliner Mauer aus dem nächtlichen Schwarz ins gleißende Weiß der Suchscheinwerfer, Oskar Werner trägt Bart und Lederkäppi

The Deadly Affair (1966)

Le Carrés Debütroman "Call for the Dead“ (1961), wie schon "The Spy Who Came ...“ adaptiert vom britischen Drehbuchautor Paul Dehn, der le Carrés Zentralspion George Smiley in einen gewissen Charles Dobbs verwandelt. Sidney Lumet legt Wert auf Charakter(e): An der Seite des großartigen James Mason geben Simone Signoret und Maximilian Schell immerhin ihr Bestes

The Russia House (1990)

Tom Stoppard schrieb das Drehbuch zum Ausklang des Kalten Kriegs. Klaus Maria Brandauer möchte die atomaren Geheimnisse Russlands an Sean Connery verkaufen, Michelle Pfeiffer dient als Spielball für Globalpolitik und Gefühle. Fred Schepisi inszeniert einen der letzten guten Filme über den schlechten KGB

The Tailor of Panama (2000)

Pierce Brosnan erzählt als britischer Spion die Lügenmärchen des tapferen Schneiderleins Geoffrey Rush seinen Vorgesetzten so lange, bis der erfundene panamaische Putsch Wirklichkeit wird und die US-Helikopter kommen. Eine der besten Verfilmungen, auch weil le Carré gemeinsam mit dem allzeit unterschätzten John Boorman das Drehbuch schrieb

The Constant Gardener (2005)

Ralph Fiennes und Rachel Weisz in Afrika. Während sich die Aktivistin den Problemen des Kontinents widmet, kümmert sich der Diplomat um seine Blumen. Erst nach dem Tod seiner Frau stößt der Gärtner auf den mit Leichen gepflasterten Weg eines Pharmakonzerns. Neokolonialistische Themen verschwinden bei Regisseur Fernando Meirelles in der Wüstensonne


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