Stadtrand Urbanismuskolumne

Der fliegende Wiener Würstelstand

Stadtleben | aus FALTER 05/12 vom 01.02.2012

Neulich auf dem Abendflug von München nach Wien (der Flug dauert ungefähr zehn Minuten und nein, wir machen so was nicht, wir haben’s erzählt bekommen): Kaum hebt die Maschine ab, riecht die Kabine penetrant nach Wurstwasser; wenig später reicht das Bordpersonal auch schon heiße Würstchen durch die Sitzreihen. Einige nehmen begeistert an und plötzlich geht es in der Economy-Klasse zu wie beim Würstelstand am Hohen Markt (in der Business-Klasse: wie beim Bitzinger hinter der Oper). Andere finden die ausbrechende Wursthektik, den penetranten Wurstgeruch und die lauten Wurstgespräche weniger aufregend. Vielleicht auch, weil sie Essen auf Kürzeststreckenflügen albern finden. Oder Vegetarier sind und Wurstdämpfe nicht so mögen.

"Ein Würstel?“, fragt die Stewardess, die in der Küchenecke gerade den Holzkohlegrill angeschmissen hat. "Nein“, sagt unser Fluggast, "ich finde das ehrlich gesagt eklig hier an Bord.“ Und was antwortet die im Umgang mit schwierigen Passagieren geschulte Aua-Mitarbeiterin? "Die Geschmäcker sind eben verschieden!“

Christopher Wurmdobler würde auf einem Kurzstreckenflug gerne mal ein Würstchen essen


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